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Reisebericht: Abstecher in den bolivianischen Regelwald

Dschungelerlebnis im Amazonasgebiet von Bolivien

Als ich von einer Bekannten den Tipp bekam, ich solle in Bolivien unbedingt noch nach Rurrenabaque gehen, dort hätte sie den besten Bananenbrot-Strassenverkäufer angetroffen, konnte ich mir noch nicht so recht vorstellen, was mich da genau erwartet. Doch ich war ihr sehr dankbar dafür, denn so erlebte ich wirklich noch ein anderes Bolivien nebst der einmaligen Uyuni Salzwüste und der für mich eher überfordernden Stadt La Paz.

Von La Paz aus ging es mit einem Propellerflugzeug der Amaszonas also in das kleine Städtchen Rurrenabaque nördlich von La Paz. Der Flug dauerte knapp eine Stunde und bot einen eine spektakuläre Sicht über den Amazonas. Rurre, wie es auch genannt wird, hat wohl den kleinsten Flughafen, den ich je gesehen habe. Die Crew der Chalalan Ecolodge erwartete mich bereits. Nach einem kurzen Transfer waren wir dann auch in ihrem Büro und im «Zentrum» des kleinen Ortes. Nachdem ich den Eintritt für den Madidi-Nationalpark entrichtet hatte, brachten sie mich zu meinem Hotel.

Am nächsten Morgen trafen wir uns mit den anderen Gruppenteilnehmern wieder im Büro, liessen das grosse Gepäck dort und los ging unser Abenteuer mit einem kleinen Motorboot auf den Flüssen Beni und Tuichi. Wir sahen sogar ein Wasserschwein am Flussufer! Nach etwa 4.5 Stunden Fahrt flussaufwärts erreichten wir die Anlegestelle. Zu Fuss ging es nun noch zwei Kilometer durch den Dschungel bis zur Lodge. Diese liegt direkt an der kleinen Lagune Chalalan, mitten in der Natur. Wir bezogen unsere rustikalen, aus Holz erbauten Bungalows und dann gab es auch bereits die erste Bootsfahrt auf dem See. Auf den hohen Bäumen sprangen viele Totenkopfäffchen, kleine, gelbe Äffchen, wie wild von einem Ast zum nächsten. Es war sehr witzig, ihnen zuzuschauen. Und diese Geräuschkulisse, das war einfach toll!

Nach einem einfachen, aber leckeren Abendessen mit lokalen Zutaten zubereitet im separaten Essbereich, lud uns unser Guide nochmals ein auf eine Fahrt auf dem See. Diesmal bei Dunkelheit, wo er uns versprach, weitere Tiere sehen zu können, welche nur nachts aktiv sind. Und tatsächlich! Dank seines geübten Blickes und jahrelanger Erfahrung hier in dieser Umgebung erspähte er eine Boa, welche sich gerade auf einem Baumstrunk aufhielt. Und immer mal wieder leuchteten Augenpaare von Kaimanen im Lichtkegel seiner Taschenlampe auf. Bei unserer Ankunft heute Nachmittag meinte er noch zu uns, tagsüber könne man in diesem See sogar baden… Nun war ich mir nicht mehr so sicher, ob er dies aus Spass meinte oder ob wir dann wirklich zu wenig interessant sind für diese Reptilien… Mit diesen abenteuerlichen Eindrücken schlief ich begleitet vom Zirpen und Rascheln neben meinem Bungalow unter dem Moskitonetz schliesslich ein.

Am nächsten Tag unternahmen wir morgens eine mehrstündige Wanderung durch das Dickicht des Regenwaldes. Dabei erklärte uns der Guide vieles über die Flora. Es war sehr interessant, die Zusammenhänge zu sehen. Der Madidi-Nationalpark erstreckt sich über ein riesiges Gebiet bis zu den östlichen Ausläufern der schneebedeckten Anden-Kordilleren und beheimatet unzählige endemische Pflanzenarten. Zweimal durchquerten wir sogar barfuss kleine Flüsse, bis wir von der Hitze etwas erschöpft wieder bei der Lodge ankamen und uns mit dem Mittagessen stärkten. Anschliessend zeigte er uns noch den erhöhten Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Seeseite der Lodge. Hier wurde einem die Weite dieses Nationalparks erst so richtig bewusst. Ich war begeistert, dass er uns hierhin brachte. Hoch oben in den Baumwipfeln sahen wir sogar Papageie!

Die Chalalan Ecolodge unterstützt die Community der indigenen Bevölkerung San José de Uchupiamonas, ebenfalls im Madidi-Nationalpark gelegen, und setzt sich ein für ein nachhaltiges, respektvolles Reisen gegenüber unserem grössten Schatz, der Natur. Es freute mich, dass ich durch meinen Aufenthalt einen kleinen Beitrag zu diesem umweltbewussten Projekt beisteuern konnte. Und ich fühlte mich hier sehr wohl, die Guides waren freundlich, aufgestellt und unkompliziert.

Bevor es am darauffolgenden Tag wieder zurück in die Zivilisation ging, unternahmen wir nochmals eine kürzere Entdeckungstour um die Lodge herum und sahen unter anderem eine kleine Schildkröte sowie Kapuzineraffen. Nach dem Mittagessen erfolgte die Bootsfahrt nach Rurre und von dort erreichten wir per Flugzeug wieder La Paz.

Möchten Sie mehr erfahren über Bolivien? Rufen Sie mich an oder kontaktieren Sie mich per E-Mail (isabelle.stierli@dorado-latintours.ch). Gerne verrate ich Ihnen weitere Geheimtipps.

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