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Reisebericht: Kolumbien – nicht nur Land des Kaffees

El amor como el café debe ser fuerte, caliente y a diario (übersetzt: Die Liebe zum Kaffee sollte stark, heiss und täglich sein). Kolumbianisches Sprichwort

Es war fast wie Liebe auf den ersten Blick, als ich Kolumbien das erste Mal besuchte. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl hier, und die Herzlichkeit der Menschen erinnerte mich an die Lebensphilosophie «pura vida» der Ticos in Costa Rica. Dieses Land ist noch vielfältiger, als ich es mir vorgestellt habe. Meine Reise begann in der Hauptstadt Bogota. Dort hatte ich sogar noch die Gelegenheit, das Sozialprojekt Hogar de Paz, welches wir finanziell unterstützen, zu besuchen. Martha, eine junge Kolumbianerin, welche dieses Projekt für sozial benachteiligte Kinder mit schwierigen Familienverhältnissen ins Leben gerufen hat, führte mich durch die verschiedenen Klassenräume und erzählte mir, wie sie mit diesem Hilfsprojekt begonnen hat und wie es funktioniert. Sehr toll, was sie da auf die Beine gestellt hat und wie sie so einigen Kindern einen positiveren Blick in die Zukunft schenken kann! Dies berührte mich sehr.

So verliess ich Bogota mit einem bewegten Gefühl mit unserer kleinen Gruppe. Anita, unsere Reiseleiterin, brachte mich mit ihren treffenden, witzigen Sprüchen immer wieder zum Lachen. Obwohl sie bereits 82 Jahre alt ist, ist sie noch rüstig unterwegs! So wurden auch die etwas längeren Busfahrten nach Villa de Leyva und zurück zum Flughafen von Bogota sehr kurzweilig. Sie lebt schon ewig hier in Kolumbien und kennt dieses Land besser als ihre ursprüngliche Heimat Belgien.

Besonders angetan hat mich die Eje Cafetero und der Norden mit Cartagena und dem Tayrona-Nationalpark. Aber zuerst zur berühmten Kaffeezone im Westen des Landes. Von dort aus machten wir einen Ganztagesausflug ins Cocora-Tal. Wir gingen früh los mit unseren Guides, da wir uns noch in der Regenzeit befanden und das Wetter vormittags oft besser ist als nachmittags. Diese Gegend ist bekannt für seine hohen Quindio-Wachspalmen. Zusammen mit den grünen Hügeln und den Anden weit in der Ferne ist es eine sehr spezielle, einmalige Landschaft. Wir wanderten einen Hügel hoch, um eine bessere Aussicht zu haben. Leider kam dann doch der Regen, und wir wärmten uns in einem Restaurant mit dem typischen Getränk Canelazo (mit Aguardiente und Zimt) auf.

Am folgenden Tag tauchten wir bei einem Besuch auf der Finca San Alberto bei Buena Vista in die Welt des Kaffees ein. Kolumbien ist nach Vietnam und Brasilien der 3. grösste Kaffeeexporteur der Welt. Der Rundgang in dieser Finca war sehr interessant und kann ich jedem nur empfehlen. Wir erfuhren vieles über den hiesigen Kaffeeanbau und den ganzen Prozess von der Bepflanzung bis zur Röstung, respektive bis zum Brühen eines perfekten Kaffees. Die roten Bohnen werden von Hand gepflückt, so wird nur das beste Material für den Kaffee verwendet. Ein guter Kaffee sollte nicht zu bitter schmecken und in der Farbe dunkelbraun, aber nicht schwarz, sein. Nach der Führung hatten wir sogar noch eine kleine Geschmackskunde, dies war sehr gut gemacht! Und natürlich durften wir auch den «Haus-Kaffee» kosten. Ein unvergessliches Erlebnis! Dies war wirklich einer der besten Kaffees, welcher ich je getrunken habe.

Danach führte uns unsere Reise weiter in den Norden nach Santa Marta, Ausgangspunkt für Ausflüge in den Tayrona-Nationalpark am karibischen Meer. Diesen Park erkundeten wir auch am folgenden Tag zu Fuss (anders ist es gar nicht möglich). Wir wanderten durch den Regenwald, sogar bei einer Schweizer Bäckerei mitten im Dschungel mit echt leckerem Brot vorbei (!), an den schönen Strand La Piscina. Dort gabs ein typisches, lokales Gericht mit frischem Fisch, Kokos Reis und Patacones. Nachmittags gings leider bereits wieder zurück nach Santa Marta. Aber es hat auch einige schöne Unterkünfte beim Nationalpark, wo man die Seele ohne weiteres einige Tage einfach baumeln lassen kann. Insgesamt liefen wir heute ungefähr 15 Kilometer.

Der krönende Abschluss meiner Kolumbien-Reise war die Stadt Cartagena de Indias! Sie wurde während des Drogenkriegs geschützt, da sie aufgrund ihres Hafens eine der wichtigsten Städte in Kolumbien war. Heute bietet sie einen Mix aus gemütlichem, karibischem Flair mit kolonialen Schätzen, einer spannenden Geschichte, wie ich sie noch bei keiner anderen Stadt erfahren habe, und interessanten Lokalen, nicht nur zum Essen und Trinken, auch zum Shoppen. Ich fühlte mich jederzeit sicher. Der letzte Abend in Cartagena verbrachten wir im Café Mural. David, der Besitzer, erklärte uns einiges über seine ausgefallenen Kaffeevariationen und gab uns einige zum probieren. Das machte Spass!

Mit einem wehmütigen Gefühl verliess ich Kolumbien wieder. Aber ich werde bestimmt nochmals hierhin kommen, denn es gibt noch so viel mehr zu sehen!

Möchten Sie mehr erfahren über Kolumbien? Rufen Sie mich an oder kontaktieren Sie mich per E-Mail (isabelle.stierli@dorado-latintours.ch). Gerne verrate ich Ihnen weitere Geheimtipps.

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