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Reisebericht: Ecuador – magische Momente im Dschungel

Wenn ich mich nach Mittel- und Südamerika sehne, träume ich von weiten Ebenen, von hohen Bergen, von rauen Landschaften, einsamen Stränden und von klaren, mit Sternen übersäten Himmelszelten. Der Regenwald spielt bei meinem Fernweh eine untergeordnete Rolle. Der Gedanken an feuchtwarmes Klima mit vielen Niederschlägen lässt mein Herz nicht allzu hoch schlagen. Entsprechend habe ich diesen Lebensraum in den letzten Jahren ziemlich vernachlässigt, wenn mich meine Reisen nach Südamerika führten. Im September 2019 war es jedoch mal wieder soweit: Eine Woche Dschungel in Ecuador stand auf dem Programm. Und ich war begeistert. Anbei einige Eindrücke, meine magischen Momente im Dschungel.

Friedlich baumle ich in meiner Hängematte hin und her. Ich befinde mich an Deck des Flussfahrtenschiffs Anakonda, dieses hat vor kurzem Fahrt aufgenommen und bewegt sich stromabwärts auf dem Napo-Fluss, unterwegs zu einem Ankerplatz, wo spannende Abenteuer wie Dschungel-Spaziergänge, Kanufahrten sowie nächtliche Expeditionen auf mich warten. Noch aber sind wir unterwegs. Eine grüne, dichte, undurchdringlich scheinende Wand zieht an mir vorbei, ab und zu unterbrochen von kleinen Lichtungen, wo sich einige Häuser auf Stelzen befinden. Auch auf dem Fluss wird von Zeit zu Zeit für Abwechslung gesorgt: Motorboote mit Einheimischen überholen uns, die Passagiere winken fröhlich. Ich freue mich auf das Eintauchen in den Regenwald.

Mit Gummistiefeln ausgerüstet, geht es durch den Dschungel. Vor uns der einheimische Guide, welcher ab und an mit seiner Machete den Weg für uns säubert. Anstrengend ist der Spaziergang durch den Wald, vor kurzem noch hat es geregnet, ziemlich stark sogar, und die Pfade sind entsprechend rutschig und nass. Nebelschwaden ziehen durch die schwül-warme Luft, welche nach feuchtem Waldboden riecht. Es ist dunkel, die Kronen der riesigen, bis zu 60 Meter hohen Bäume sind so eng miteinander verwachsen, dass sie wie eine grüne Decke wirken. Nur ganz wenig Sonnenlicht erreicht uns am Boden. Lianen hängen wie Schlangen von majestätischen Bäumen hinunter, riesige Farne gibt es zu sehen, Baumriesen mit bis zu 10 Meter hohen Wurzeln sowie unzählige Aufsitzerpflanzen. Unser Führer erzählt uns, wie die Einheimischen aus Rinde, Blättern, Holz und zum Teil auch kleinsten Insekten Medizin gewinnen. Das uralte Wissen der Heilpflanzen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wir legen nur wenige Kilometer zurück auf dieser Wanderung, so viel gibt es zu sehen. Immer wieder begegnen wir langen Ameisenstrassen und bestaunen die emsigen Blattschneiderameisen, die ein x-faches ihrer Körpergrösse transportieren.

Langsam komme ich ins Schwitzen… Unzählige Treppenstufen liegen bereits hinter mir, doch noch habe ich mein Ziel nicht erreicht. Schweissgebadet und etwas keuchend erreiche ich den obersten Treppentritt des Observatory Tower der Sacha Lodge. Über eine schmale, aber stabile Brücke gelange ich schlussendlich auf die auf 43 Meter gelegene Plattform, welche sich auf einem gigantischen Ceibo-Baum befindet. Hier befinden wir uns oberhalb der Baumkronen und ich geniesse den Blick über das unendlich scheinende Grün und die vielen Bromelien. Ein Gefühl von Freiheit und Dankbarkeit macht sich in mir breit. Plötzlich werde ich auf die untere Plattform gerufen… die Tukane sind da. Glücklich beobachte ich diese wunderschönen Vögel bei ihrem schwerfällig scheinendem Flug.

Im Zeitlupentempo bewegen wir uns beim «Night Walk» durch den dichten Wald. Dunkel ist es und ziemlich unheimlich. Die Geräusche des Dschungels scheinen sich nach Einbruch der Dunkelheit zu vervielfältigen, die Laute von Tieren sind zu hören, aber auch in den Bäumen und Gebüschen knackt es sonderbar. Der Schein unserer Taschenlampen fällt auf unterschiedlichste Insekten sowie Frösche und Spinnen. Mit geübtem Auge entdeckt unser einheimischer Reiseleiter die winzigsten Tiere. Obwohl ich weiss, dass ich bei ihm in guten Händen bin, ist mir etwas unwohl und ich bin nicht unglücklich, als dieser Ausflug endet. Eindrücklich war es – aber ich mag den Dschungel lieber bei Tag.

Abwechslungsreich und spannend war mein Aufenthalt im Regenwald. Ich habe viel gelernt und unvergessliche Eindrücke gesammelt. Mein schönster Moment? Als sich während einer Kanufahrt ganz unverhofft einige Flussdelfine zeigen. Einfach magisch.   

Träumen Sie von einer Reise in den Dschungel Ecuadors? Dann melden Sie sich bei mir! Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme an cristina.schelbert@dorado-latintours.ch.

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